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Die Religion des Sol - Thonar - 03.04.2019

Die Religion des Sol - Ein kurzer Überblick
Dieser kurze Überblick dient nur dazu, dass man sich eine Vorstellung des Gottes Sol verschaffen kann. Weitere Informationen zur Lore können im Rollenspiel herausgefunden werden.

"Am Anfang war das Chaos, und dort war der Allgott Sol allein in der Unendlichkeit. Dann erblickte er jedoch die Urriesin Tera, die seine Einzigkeit störte. Also ging er hin, und nach zähem Ringen erschlug er sie. Da jedoch gewahrte er zum ersten Mal die Gefühle von Verlust und Einsamkeit, und weinte bittere Tränen. Doch auch seine Macht reichte nicht aus, um Tera wieder zu erwecken. Sol zog sich zurück und wurde die Möglichkeit, die Ordnung der Welt, so wie Tera die Wirklichkeit, die Substanz der Welt wurde. Aus den Blutstropfen, die Sol im Kampf vergossen hatte, wurden die Engel; aus den Tränen, die den Leichnam Teras benetzten, entstanden die Menschen und alle anderen Lebewesen, und aus ihren Haaren erwuchsen die Pflanzen."

Sol, der Unbezwungene
Der gerechte Sol gilt als höchster aller Götter, als Schöpfervater und Wahrer von Gesetz und Ordnung. Er steht für das Bannen dunkler Kräfte und das gleißende Licht der Sonne. Die Geweihten Sols vertreten seinen Willen auf Erden und bekämpfen die dämonischen Mächte des Chaos, die der Dunkelheit entspringen. Die Heilige Inquisition und der Orden des Sonnenfeuers sind in ganz Leandria bekannt und genau so gefürchtet, da sie die Auslegung der Heiligen Schriften oft ernster nehmen als der Rest der Geweihten. Die Sonne am Himmel wird oftmals als das Auge Sols bezeichnet, als Sinnbild dafür, dass der himmlische Vater während des Tages über alle Gläubigen wacht.

Der Kult
Die Hierarchie des Kultes ist streng und verlangt absoluten Gehorsam seiner Mitglieder. Die Geweihten verstecken sich nicht und wahren Gesetz und Ordnung. Sie schützen den Staat und verteidigen gottgefällige Reiche und Strukturen. Dunkle Kräfte, die gemeinhin als „Magie“ bekannt sind, sollen unter allen Umständen gebannt werden, während man den Glauben an Sol und seine göttliche Heerschar bis in den letzten Winkel Leandrias trägt.

Aureon, der Herold
Aureon ist der Herold der Wahrheit und des Sieges. Sol soll ihn aus sich selbst als seine eigene Verkörperung erschaffen und ihm die Gestalt eines Sonnenfalken (= Phönix) verliehen haben.

Der Prophet Helyros
Der Prophet Helyros wird vor allem im Helyrischen Imperium angebetet und gilt dort als Erzheiliger und Gesandter des Sol. Nach den Lehren des Kultes war er das Kind des Aureon und einer Sterblichen.

Den Lehren zufolge erschien Helyros im Jahre 1 AE 0 auf einem Greifen dort, wo heute die Stadt Anthrakia (ehemals Hellas) liegt . Anderen Quellen zufolge landete er auf einem Sonnenfalken und begründete die Stadt Hellas (heute Anthrakia) sowie das Helyrische Imperium. Er soll das sehende Auge sowie die befehlende Stimme gehabt und auf der Stirn den Funken des Aureon getragen haben. Helyros gilt als der erste Bote des Lichts und begründete die Linie der Kaiser Leandrias.

Die Jungfrau Selena
Die Gemahlin Helyros war Selena, die Unbefleckte. Nach ihrer Vermählung mit Helyros wurde sie in die Ferne entführt. Sie konnte sich befreien und bereiste 69 lange Jahre den noch unbekannten Kontinent Leandria, um zu ihrem Gemahlen zurück zu kehren. Als sie die Stadt Hellas erreichte, fuhr sie zusammen mit Helyros in das himmlische Reich Sols auf. Heute gilt sie in dem Kult als Heilige.

Der Namenlose
Kaum ein Leandrier weiß über den Namenlosen mehr, als dass er der Widersacher des Sol, seiner himmlischen Heerschar und aller Menschen ist. Alle sonstigen Vorstellungen vermischen sich mit denen über dunkle Dämonen, Geister, Fabelwesen und Hexen zu Gruselgeschichten und Dingen, "über die man eben nicht spricht". Angeblich soll der Namenlose einst ein Gefährte gewesen sein, der sich gegen Sol verschworen hatte, und als Strafe in die Dunkelheit der ewigen Nacht gekettet wurde.

Der Unaussprechliche wird gerne für alle möglichen Erklärungen genutzt, so dass es vom Esh'shajen über den Massenmörder bis hin zur Ratte (selbst Tiere bilden keine Ausnahme) jedem geschehen kann, als Scherge des Unaussprechlichen bezeichnet zu werden.

Zitat:Die Gebote des Sonnengottes
Das erste Buch, bezeichnet als "Invicta", bildet den Grundstock des Glaubens an Sol Invictus. Invictus ist nicht per se ein liebender, oder vergebender Gott, sondern fordert von seinem Gefolge Disziplin und Ordnung ein, gut ist, was Invictus als gut betitelt - Diese Gedankengänge können von eher friedfertigen, aber bestimmten, bis zu faschistischen Tönungen reichen, eine strenge Hierarchie innerhalb der Gesellschaft wird aufgrund dessen meist akzeptiert. So schlecht das eigene im Leben gezogene Los auch gewesen sein mag, es ist der Wille Invictus, eine Prüfung, die man zu bestehen hat - Kein anderer wäre für die Aufgaben im eigenen Leben so gut geschaffen wie man selbst, was vielen das Gefühl gibt in ihrer Position, und sei sie noch so nebensächlich, unersetzlich zu sein.

1. Buch "Invicta", die heiligen Gebote - Lesung aus der heiligen Schrift

Die Menschen wandelten noch nicht lange unter der lichtspendenden Sonne, als Sol Invictus entschied, dass es nun an der Zeit war ihnen zu geben, was er für ihr Leben vorgesehen hatte.
Er tat dies nicht etwa, um eines jeden Schicksal zu besiedeln, und ihn in Knechtschaft zu zwingen, wohl aber, um denen, denen er den Odem des Lebens einhauchte eine Richtung zu weisen. Eine Richtung, nach der sich der Geist in stillen Stunden sehnt, damit er nicht in der Tatenlosigkeit verkommt, und eine Richtung, die ihm die schwere Bürde der Entscheidung nimmt. [1]

Sol Invictus hatte uns Menschen nach seinem Abbild geschaffen, und nun war es auch an der Zeit, wie sein Abbild zu leben - Leben, wie es für den Menschen vorherbestimmt ist. 
Vom höchsten Ort des Berges Anorlon aus, zu dessen Füßen die ersten Menschen lebten, rief der Sonnengott seine Kinder dazu auf, die steilen Pässe des Berges zu erklimmen, um ihm gegenüber zu treten und ihre Bestimmung zu empfangen. [2]

Voll inbrünstigen Tatendrang folgten die ersten Menschen diesem Ruf, und niemand ging auf dem langen Aufstieg verloren, und als sie endlich die höchste Kuppel erreichten, da fanden sie eine Gestalt aus reinsten Feuer vor, die sich gebieterisch über die Köpfe aller erhob, sie war ihnen ganz gleich in Form und Geiste.

"Kinder", so sprach die Gestalt aus, "Ich bin euer Gott, Sol Invictus, der unbesiegte Sonnengott! Erkennt ihr mich denn nicht?" [3]

Und da war es den Menschen, alsob sie ganz tief in sich eine Verbundenheit zu dem Flammenwesen erkannten, und ihnen ward klar, dass dies ihr Schöpfer sein muss, vor dem sie sich zu Boden warfen und das Knie beugten, wie der Bauer vor dem König das Knie beugt. Keiner von ihnen spürte das Verlangen, dem Sonnengott, dem Schöpfer, nicht den Respekt zu zollen, den er verdiente, und ein wortloses Gemurmel ging durch die Menge, ehe es wieder still wurde und der Sonnengott mit seiner herrlichen, klaren Stimme zu sprechen begann.

"Ihr seid mein, und ich bin eures, und zwischen uns spannt sich ein Band, das niemals reißen soll. Ich bin euer Schöpfer, der euch das Leben gab und die Freude des Lebens schenkte, ich bin die Sonne, die euch wärmt und euren Augen Licht schenkt! Ich gab euch bereits euren Leib, mit dem ihr schaffen und zerstören könnt, doch nun will ich eurem Geiste geben, was er selbst nicht zu erdenken vermag, einen höheren Sinn, nach dem ihr euch sehnt, die Aufgabe, die ihr hier auf Erden zu verrichten habt!" [4]

Er sprach: " Ihr sollt frei sein in dem was ihr tut, dies ist das größte Geschenk, das ich euch vermache, doch verspreche ich euch, dass euch dies nie so sehr erfüllen wird, wie euch zu erfüllen vermag, was ich euch verkünde. Hört meine Gebote an und lebt nach ihnen, dann sei eure Zukunft gewiss und prächtig, und euch wird ein Platz im Reich des Lichts zugesichert sein!" [5]


Das erste Gebot sei:

Ich bin dein Gott, und du sollst keine Götter neben mir haben!
Die Erde habe ich von den Teufeln befreit, und nur wenige konnten den läuternden Flammen entkommen, doch werden die, die ihrem Gericht erst noch zugeführt werden, versuchen, euch, meine Kinder, vom rechten Pfad abzubringen.
Hört nicht auf ihre Worte, und bleibt standhaft im Glauben, denn denen, die mir Gefolgschaft leisten, denen biete ich meinen Schutz. Die, die mich allerdings verlassen, die werden auf sich selbst angewiesen sein wie ein durstiger Wanderer in der Wüste. [6]

Das zweite Gebot sei:

Seid fruchtbar und mehret euch! Von den Teufeln der Nacht habe ich diese Erde durch die heiligsten Feuer gereinigt, und die vertrieben, die hier herrschten, um euch das Leben zu ermöglichen, und nun liegt es an euch, euch die Erde Untertan zu machen. Geht den heiligen Bund der Ehe ein, wenn zwei Teile zum ganzen kommen, und lasst euch im Zeichen der Sonne taufen, um meinem Gefolge anzugehören. Wie auch die Faust erst stark wird, wenn alle Finger gesammelt werden, so werdet ihr nur in der Gemeinschaft wahrlich großes schaffen, wenn ihr denn nur meine Gebote befolgt! [7]

Das dritte  Gebot sei: 

Seid gut und gerecht!
Ein jeder von euch bekam den Sinn für Recht und Unrecht geschenkt, und ich berufe euch dazu, auch diesen Sinn zu nutzen, wie ihr riecht und schmeckt!
Es wird euch gut ergehen, wenn ihr unter denen richtet, die von den Teufeln besessen sind, doch seid auch in euren Strafen milde, wenn es gerecht ist! Sol Invictus sieht es gerne, wenn Recht getan wird, doch übermäßiges Recht wird zum Unrecht, wenn sich der Leib nicht zügelt! [8]

Das vierte Gebot sei:

Huldige deinem Herrn!
Dein Herr sieht es gern, wenn du ihn preist, und so sollst du Schaffen, Bauen und Feiern in seinem Namen, auf dass du ihm für das Leben dankst. Kunst und Gesang, die Sonne und das Licht, Opfer in seinem Namen, das gefällt ihm, und du kannst ihm deine Hingabe zeigen, was ihm sehr gefällt! [9]

Das fünfte Gebot sei:

Ehre, was dein Herr geschaffen hat! Er gab nicht nur dir das Leben, sondern auch jedem anderen Menschen, und du sollst ehren, was dein Herr geschaffen hat. Nicht ohne Grund sollst du zerstören was er schuf, und wenn du es tust, so bedenke, ob du deine Tat vor deinem Gott verantworten kannst. Der Dolch, den du ins Herz eines anderen stichst, den stichst du in den Leib deines Gottes, also morde nicht! Auch sollst du nicht stehlen, denn dies fügt deinen nächsten Schaden zu, viel lieber sieht es dein Herr, wenn du gerecht bist, gib ihm seine gerechte Strafe, auf dass sein Treiben vor der Sonne bestehen kann! [10]

Das sechste Gebot sei:

Sprich die Wahrheit!
Dein Herr gab dir den Geist und den Leib, um Worte zu formen, und sie sollen nur die Wahrheit tragen. Lüge nicht, vor allem nicht im Angesicht deines Herrn, denn er sieht alles, was unter der Sonne geschieht. Man möge dem, der die Lüge spricht ein Stück der Zunge nehmen, um ihn zu ermahnen, und dem, der sich wieder der schweren Lüge bezichtigt sie ganz genommen werden, auf dass er nicht mehr seine faulen Worte spricht! [11]


Und so nahmen die Menschen die Gebote an, und feierten ihren Herrn für einen Tag und eine Nacht, an dem die Sonne so heiß brannte, dass Wasser und Wein in Strömen flossen, denn ihr Herr hatte ihnen Sinn gegeben, auf dass ihre Arbeit belohnt wird und nicht vergeht. [12]


Nach dem Tode
Nach dem Tode treten alle Menschen, auch die Heiden und Ungläubigen, vor die Sonne. In der Kunst wird dies oft als Entrückung der Seele durch den Himmel hindurch an die Pforten der Sonne dargestellt, wo Invictus mit Helyrios an seiner Seite Gericht über diese hält.

Hat der Gläubige nach den Geboten Invictus gelebt, so wird ihm ein Platz im mythischen Reich der Sonne geschaffen, wo er seinem von nun an ewigen Leben an der Seite des Invictus frönt - Einige entscheiden sich auch dazu, zurück in die weltliche Welt zu treten und die Worte Invictus dort weiter zu verbreiten, erinnern sich aber wohl nicht an ihren heiligen Auftrag. Doch der Kreis schließt sich, wieder haben sie eine Bestimmung, die sie sich selbst auferlegt haben. Andere treten zurück in die Welt, um die Ungewissheit des Lebens erneut zu durchleben.

Andere aber, die Ungerechten und die Verkommenen, die erhalten die Ketten der ewigen Last angelegt und müssen den Gerechten die Diener sein, auf dass sie ihren Unglauben erkennen. Doch auch sie werden später von dieser Last befreit, wenn sie die Herrlichkeit des Herrn durchfährt und sie Buße getan haben.

Am schlimmsten jedoch wird es für die Ungläubigen und Häretiker, denn sie werden aus dem Reich der Sonne verstoßen, getrennt von all jenen, denen sie lieb und treu waren, um alleine von der Gier des Namenlosen verschlungen zu werden und somit aufhören zu sein.


RE: Die Religion des Sol - Schnitzel - 19.10.2019

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