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1. Buch "Invicta"
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Schnitzel
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1. Buch "Invicta"
1. Buch "Invicta", die heiligen Gebote - Lesung aus der heiligen Schrift

Die Menschen wandelten noch nicht lange unter der Licht spendenden Sonne, als Sol Invictus entschied, dass es nun an der Zeit war ihnen zu geben, was er für ihr Leben vorgesehen hatte.
Er tat dies nicht etwa, um eines jeden Schicksal zu besiedeln, und ihn in Knechtschaft zu zwingen, wohl aber, um denen, denen er den Odem des Lebens einhauchte eine Richtung zu weisen. Eine Richtung, nach der sich der Geist in stillen Stunden sehnt, damit er nicht in der Tatenlosigkeit verkommt, und eine Richtung, die ihm die schwere Bürde der Entscheidung nimmt. [1]

Sol Invictus hatte uns Menschen nach seinem Abbild geschaffen, und nun war es auch an der Zeit, wie sein Abbild zu leben - Leben, wie es für den Menschen vorherbestimmt ist. 
Vom höchsten Ort des Berges Anorlon aus, zu dessen Füßen die ersten Menschen lebten, rief der Sonnengott seine Kinder dazu auf, die steilen Pässe des Berges zu erklimmen, um ihm gegenüber zu treten und ihre Bestimmung zu empfangen. [2]

Voll inbrünstigen Tatendrang folgten die ersten Menschen diesem Ruf, und niemand ging auf dem langen Aufstieg verloren, und als sie endlich die höchste Kuppel erreichten, da fanden sie eine Gestalt aus reinsten Feuer vor, die sich gebieterisch über die Köpfe aller erhob, sie war ihnen ganz gleich in Form und Geiste.

"Kinder", so sprach die Gestalt aus, "Ich bin euer Gott, Sol Invictus, der unbesiegte Sonnengott! Erkennt ihr mich denn nicht?" [3]

Und da war es den Menschen, alsob sie ganz tief in sich eine Verbundenheit zu dem Flammenwesen erkannten, und ihnen ward klar, dass dies ihr Schöpfer sein muss, vor dem sie sich zu Boden warfen und das Knie beugten, wie der Bauer vor dem König. Keiner von ihnen spürte das Verlangen, dem Sonnengott, dem Schöpfer, nicht den Respekt zu zollen, den er verdiente, und ein wortloses Gemurmel ging durch die Menge, ehe es wieder still wurde und der Sonnengott mit seiner herrlichen, klaren Stimme zu sprechen begann.

"Ihr seid mein, und ich bin eures, und zwischen uns spannt sich ein Band, das niemals reißen soll. Ich bin euer Schöpfer, der euch das Leben gab und die Freude des Lebens schenkte, ich bin die Sonne, die euch wärmt und euren Augen Licht schenkt! Ich gab euch bereits euren Leib, mit dem ihr Schaffen und Zerstören könnt, doch nun will ich eurem Geiste geben, was er selbst nicht zu erdenken vermag, einen höheren Sinn, nach dem ihr euch sehnt, die Aufgabe, die ihr hier auf Erden zu verrichten habt!" [4]

Er sprach: " Ihr sollt frei sein in dem was ihr tut, dies ist das größte Geschenk, das ich euch vermache, doch verspreche ich euch, dass euch dies nie so sehr erfüllen wird, wie euch zu erfüllen vermag, was ich euch verkünde. Hört meine Gebote an und lebt nach ihnen, dann sei eure Zukunft gewiss und prächtig, und euch wird ein Platz im Reich des Lichts zugesichert sein!" [5]


Das erste Gebot sei:

Ich bin dein Gott, und du sollst keine Götter neben mir haben!
Die Erde habe ich von den Teufeln befreit, und nur wenige konnten den läuternden Flammen entkommen, doch werden die, die ihrem Gericht erst noch zugeführt werden, versuchen, euch, meine Kinder, vom rechten Pfad abzubringen.
Hört nicht auf ihre Worte, und bleibt standhaft im Glauben, denn denen, die mir Gefolgschaft leisten, denen biete ich meinen Schutz. Die, die mich allerdings verlassen, die werden auf sich selbst angewiesen sein wie ein durstiger Wanderer in der Wüste. [6]

Das zweite Gebot sei:

Seid fruchtbar und mehret euch! Von den Teufeln der Nacht habe ich diese Erde durch die heiligsten Feuer gereinigt, und die vertrieben, die hier herrschten, um euch das Leben zu ermöglichen, und nun liegt es an euch, euch die Erde Untertan zu machen. Geht den heiligen Bund der Ehe ein, wenn zwei Teile zum ganzen kommen, und lasst euch im Zeichen der Sonne taufen, um meinem Gefolge anzugehören. Wie auch die Faust erst stark wird, wenn alle Finger gesammelt werden, so werdet ihr nur in der Gemeinschaft wahrlich großes schaffen, wenn ihr denn nur meine Gebote befolgt! [7]

Das dritte  Gebot sei: 

Seid gut und gerecht!
Ein jeder von euch bekam den Sinn für Recht und Unrecht geschenkt, und ich berufe euch dazu, auch diesen Sinn zu nutzen, wie ihr riecht und schmeckt!
Es wird euch gut ergehen, wenn ihr unter denen richtet, die von den Teufeln besessen sind, doch seid auch in euren Strafen milde, wenn es gerecht ist! Sol Invictus sieht es gerne, wenn Recht getan wird, doch übermäßiges Recht wird zum Unrecht, wenn sich der Leib nicht zügelt! [8]

Das vierte Gebot sei:

Huldige deinem Herrn!
Dein Herr sieht es gern, wenn du ihn preist, und so sollst du Schaffen, Bauen und Feiern in seinem Namen, auf dass du ihm für das Leben dankst. Kunst und Gesang, die Sonne und das Licht, das gefällt ihm, und du kannst ihm deine Hingabe zeigen, was ihm sehr gefällt! [9]

Das fünfte Gebot sei:

Ehre, was dein Herr geschaffen hat! Er gab nicht nur dir das Leben, sondern auch jedem anderen Menschen, und du sollst ehren, was dein Herr geschaffen hat. Nicht ohne Grund sollst du zerstören, was er schuf, und wenn du es tust, so bedenke, ob du deine Tat vor deinem Gott verantworten kannst. Der Dolch, den du ins Herz eines anderen stichst, den stichst du in den Leib deines Gottes, also morde nicht! Auch sollst du nicht stehlen, denn dies fügt deinen nächsten Schaden zu, viel lieber sieht es dein Herr, wenn du barmherzig und ehrlich bist, damit der Notleidende bekommt was er braucht, und der Reiche gibt, was er soll! [10]

Das sechste Gebot sei:

Spricht die Wahrheit!
Dein Herr gab dir den Geist und den Leib, um Worte zu formen, und sie sollen nur die Wahrheit tragen. Lüge nicht, vor allem nicht im Angesicht deines Herrn, denn er sieht alles, was unter der Sonne geschieht. Man möge dem, der die Lüge spricht ein Stück der Zunge nehmen, um ihn zu ermahnen, und dem, der sich wieder der schweren Lüge bezichtigt sie ganz genommen werden, auf dass er nicht mehr seine faulen Worte spricht! [11]


Und so nahmen die Menschen die Gebote an, und feierten ihren Herrn für einen Tag und eine Nacht, an dem die Sonne so heiß brannte, dass Wasser und Wein in Strömen flossen, denn ihr Herr hatte ihnen Sinn gegeben, auf dass ihre Arbeit belohnt wird und nicht vergeht. [12]

By Schnitzel
[Bild: LP6xC5Z.png]

01.05.2019, 16:46
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