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Von Spinnen & Sporen
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IDammned
Sol Invictus


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Von Spinnen & Sporen
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Flüsse, Bäche, Höhlen und Ruinen – Unsere Welt beherbergt unglaubliche Pflanzen und Tiere an allen Ecken und Nischen, ob natürlich oder durch Menschenhand geschaffen. Eine jede Kreatur unseren Herren ist wunderschön und vermag den Schutz der sich selbst in klaren. Leider jedoch ist dieser Schutz meist der Schutz vor dem eigenen Verderben, der Schutz vor Qualen oder der Schutz vor dem Namenlosen selbst. Das noch so heiligste Geschöpf kann durch eine Fäule die unsere Welt plagt verderben. Eine kleine und fast unsichtbare Spore wird in der Masse zur gefährlichsten Seuche die uns der Namenlose nur schicken könnte. Nur ein so unheiliges, abartiges und perverses Wesen wie er ist in der Lage eine so perfide Waffe gegen die Schöpfung Sols zu schaffen. Die Rede ist von der Versporung. Eine schleichende Seuche welche reine Verderbnis für Körper und Seele ist. Sie reißt sich ihr Opfer langsam und doch stätig, übernimmt sie, macht sie zu einer Puppe. Sie wird geformt, verdreht und zu unheiligen Formen gewandelt, welche nur darauf aus sind diese Verderbnis weiter zu tragen. Flüsse, Bäche, Höhlen und auch Ruinen sind nicht vor ihr sicher, denn nicht nur der Mensch ist ihre Beute, sondern auch die kleinsten Wesen, so wie eine Spinne.

So trug es sich zu, dass die Menschen Weidenaus, das neugierige Geschöpf das ein Weidenauer nun mal ist, sich ihren Weg über die große Bucht gen Norden schlugen. Schon lange war das pulsirende Land was so mancher die Pestländer schimpfte ihnen gar ein Dorn im Auge. Sie wussten was die Versporung ist, sie wussten was folgt, sie fürchteten es und hassten es. Was man fürchtet, will man verstehen, was man hasst, will man vernichten und was man versteht lässt sich einfacher vernichten. So trug es sich zu, so geschah es und so war es entschlossen das sich ein Trupp von vier, welche nicht ganz bei Verstand war, über die große Bucht in den Norden begaben. Sie wollten die Pestländer sehen, sie aufzeichnen, über sie lernen und von weiten aus verachten und verfluchen. Ihr Ziel jedoch war von dem Moment an, wo ihr Fuß den Sand des ihm fremden Strandes platter drückte als eine Welle es könnte, vergebens. Sie waren verloren. Sie wusste nicht wohin. Sie irrten über die sich erstreckenden Dünen und Steppen. Die Wunder der Natur, die Schönheit die ein unberührtes Land von sich gab, brachte sie wieder und wieder vom Weg ab. Früh im Morgen aufgebrochen, späht im Abend verzweifelt. Sie hatten keine Wahl als ein Lagerfeuer zu entzünden, ein kleiner Bote Sols welcher vor den Horror des Unbekannten, der Dunkelheit und der Nacht zu schützen vermag. Ein Hilferuf an Sol. Ein Hilferuf welcher erhört wurde. Nicht nur Schutz kam, sondern ein Wegweiser – Eine Gestalt. Alles ist böse, alles hier will ein ans Leder. So heißt es und so wird es jeden Neuen eingetrichtert um ihn zu schützen, meist vor sich selbst. So waren sie perplex als die Gestalt ihnen einen Weg zu weisen schien. Sie wollten nicht zurück, nicht mit leeren Händen. Sie wollten etwas vorweisen, das Stolze Geschöpf das ein Weidenauer nun mal ist, etwas zum prallen haben um ihre Geschichten und Trophäensammlungen weiter auszubauen, wie ein Vogel sein Nest. Sie wussten es besser, sie murrten und beklagten sich. Sie wollten nicht und wollten doch zugleich. Die Gestalt jedoch, kein Waldgeist der sie in ihr Verderben locken wollte, führte sie zu ihnen etwas vertrauten. Die vorher so unberührten Wiesen und Wälder Vestrias waren gebrandmarkt mit etwas unerkenntlich Menschlichen, einen Steinweg. Alt, alt genug das man meinen könnte er wäre schon immer da, so alt das die Natur sich ihren Stein langsam aber sicher wieder holte, jedoch nicht so alt das der Weg unklar war. Das irren wäre nun irre, wo der Weg sich nun vor ihnen in Form eines Weges zeigte. Faszination durch Ruinen war etwas tief Verankertes in jedem Weidenauer, das wissbegierige Geschöpf das ein Weidenauer nun mal ist. Fast schon durch Magie waren sie gebunden an den Weg, verbunden mit dem Schicksal das sie erwarten würde. Nervös sprangen ihre Blicke durch die Wälder. Tiere? Versporte? Menschen?! Jedes kleine Knacken, jedes Knistern und jeder Ausruf eines Tieres hielt ihre paranoiden Blicke nicht lang an einen Ort. Ihre hastigen Schritte wurden jedoch genau so rasch belohnt. Wo ein Weg, dort auch ein Ziel. Das Ziel hier jedoch ebenso antik wie der Weg selbst. Doch nicht nur das Alter, sondern auch das Material teilte sich das Gemäuer vor ihnen. Ein steinerner Turm erstreckte sich hoch wie die Spitzen der Baumkronen, sie wohl herausfordernd übertrumpfend um die volle Wärme Sols spüren zu können. Buntglasfenster welche das Licht des Herren auf den alten verstaubten und mit Spinnennetzen überzogenen Bänken brach. Verblasste Farben auf Hintergründen aus Stoffen, welche Visagen von längst Verstorbenen zeigten. Ein heiliger Ort, ein Ort der Hoffnung. Einen Tempel Sols. Tragisch traurig war der Anblick einer solchen Stätte in so einen zustand. Heruntergekommen, verlassen, verwildert und am schlimmsten – Verdorben. Den Weidernauern war nie die Chance gelassen den Tempel ungestört zu betrachten, unverzagt ihn zu erkunden. Der Dreck der diesen Ort entweihte durch Jahre der Witterung kam ihm entgegen, buchstäblich. Sie hörten es, geächzte, gegurgel, doch kein geschlürfe von Füßen. Die Verderbnis, die Versporung, sie starte ihn entgegen. Im Boden verwachsen, Schelm von dem was wohl einst Menschen waren. Mit nicht vorhanden, leeren, Augensockeln wurden sie hasserfüllt angestarrt, während sie mit Dreck abgeschmissen wurden, als wären sie niedere Schurken. Jämmerlich, bedauernswert, traurig, keine Bedrohung. Mehr waren sie nicht, diese Hüllen von Hüllen. Weder Menschen noch wirkliche Versporte waren sie. Doch statt sie für immer in ihrer Qual zu lassen erbarmte sich einer der Weidenauer dazu sie zu erlösen, das barmherzige Geschöpf das ein Weidenauer nun mal ist. Doch wenn hier die Fäule der Versporung ist, wie steht es dann um die heilige Stätte? Es war eine Frage die sie nun sich selbst stellten. Aus Angst, was kommen könnte und auch aus Hass, was die Verderbnis getan haben könnte. Die Waffen im Anschlag, traten sie ein. Spinnenweben mit dem heiligen Feuer Sols vernichtend. Knisternd brannte einer sie weg, zwei andere konnten ihren Blick nicht von den Fenstern und den Bildern lassen und der Letzte trat voran mit seinen Speer. Der wohl mutigste von allen, wenn auch möglich dümmste. Stille, Anspannung, Staub und Unsicherheit schienen alles zu sein, was der Raum beherbergte. Wie falsch sie doch lagen. Plötzlich rumste es, wie ein Felsen der mit all seiner unvergebenden Wucht auf den Boden aufschlägt. Eine Spinne… Nein ein Monster! So groß wie ein ausgewachsener Mann und so breit wie fünf hatte sich versucht auf seine Beute zu werfen. Schon lange kein Tempel mehr, sondern das Nest eines Unholdes. Wäre es doch nur ein normales Ungetüm gewesen. Die Hoffnung auf diese Möglichkeit schwand sofort. Der Mutige konnte noch gerade so den entstellten Fängen dieses Bastards entkommen! Der Kopf verdreht, an einer Seite nur drei Beine an der anderen alle vier. Der Hinterleib der Kreatur übersäht mir Schlünden. Die Frage zu stellen wofür sie dienen könnten konnte nicht einmal gestellt, geschweigenden gedacht werden, da zeigte dieses Monster es bereits. Sporen. Aus jedem der Schlünder schossen Sporen der Fäulnis. Dieses Ungetüm war kein normales, es war ein Bote der Verderbnis. Der scheinbare Bote Sols hatte seine Krieger entsandt um gegen die Ausgeburt des Namenlosen selbst zu kämpfen, die Ausgeburt die es wagte eine heilige Stätte zu entweihen, die Ausgeburt die den Nerv hatte ihre Existenz ihnen unter die Nase zu reiben mit ihrer reinen Anwesenheit. Sporen also. Sobald Sporen mit im Spiel waren, wurde jeder Weidenauer Nervös, ängstlich, viel zu vorsichtig. Doch nicht der Mutige. Mit jedem Schritt der von diesen Unhold in seine Richtung getätigt wurde füllt sich der Raum hinter diesem Teufel vollständig mit der Fäulnis. Die Luft wurde ihnen entgegen gedrückt, die Spinnenweben fanden keinen Halt mehr. Und plötzlich wurden aus Schritten, Sprünge. Seine Beute vor sich, wohl lange keinen Menschen mehr gehabt, war die Gier nach seinen Opfer offensichtlich. Die Wucht ihres Sprungs war genug um den Altar quer durch den Raum fliegen zu lassen, nur um eine Haaresbreite den Mutigen verfehlend. Sol schützte ihn, seine Stunde war noch nicht geschlagen. Nervosität, Angst, Vorsichtigkeit. Nichts von alle dem ging ihn durch den Kopf und selbst durch die bittenden Schreie der Restlichen nach Rückzug, ließ er sich nicht stoppen seine heilige Aufgabe zu erledigen. Zwei Stiche, ein Schlag. Der erste trennte Beine, der zweite den Kopf und der letzte Schlag spaltete das Haupt des Unholds. Keine Furcht, keine Angst, reine Entschlossenheit. Die Beine gaben nach, ein letztes Zucken der Kreatur und auch dieses Wesen wurde von der Last der Verderbnis befreit. Die vier Weidenauer, obwohl sie schon so viel überstanden hatten, waren noch lange nicht fertig. Sols läuterndes Feuer ist das einzige was die Sporen aufhalten konnte und dem waren sie bewusst. Sie ließen es in Flammen aufgehen, sich keine Sorgen machend um das Feuer, sie wussten dass das Heiligtum sicher sei. Doch der Botschafter Sols war noch nicht fertig mit ihnen. Er offenbarte sich ihnen und Baht sie wortlos um einen letzten gefallen. Der Botschafter, ein Lichtsucher des Kultes. Längst verstorben, sein Grab nie zu Ende gebracht. Seine Gemeinde, vollkommen dahingefragt durch die Verderbnis. Sein letzter Wunsch war es eine richtige Bestattung zu erlangen, als dank zeigte er ihnen ein aller letztes Mal den weg.

Sie kehrten zurück mit einer Geschichte, eine die nie erzählt wurde. Mit Relikten des Kultes, welche die nie wieder gezeigt wurden. Und so gerät es in Vergessenheit, vergessen durch die vier, nie gewusst von den anderen, trotz der Heldentat die sie getätigt haben. Bis heute. Die Schönheit unserer von Sol gegebenen Welt muss geschützt werden, sei es vor anderem oder sich selbst.
07.04.2020, 20:41
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